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Mittwoch, 11. November 2009
Trauer um Robert Enke
edelundsatt, 13:06h

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Dienstag, 10. November 2009
Gerade noch so
edelundsatt, 00:57h
Den ganzen Tag habe ich überlegt, ob ich noch etwas zum 20. Jahrestag des Mauerfalls schreiben soll. Oder nicht. Hin und her ging das. Einerseits könnte ich so viel schreiben, der Vater in Dresden geboren, ich selbst in Leipzig seit vielen Jahren lebend, über die Verwandtschaft zu DDR-Zeiten immer Kontakt zum real existierenden Sozialismus gehabt. Irgendwie schien mir alles dazu gesagt, was heute in Zeitungen und im Internet stand bzw. im Fernsehen gezeigt wurde. Gegen Ende des Tages ist man dann meistens etwas schlauer, so auch heute. Ich könnte jetzt meine persönlichen Erfahrungen mit der DDR aufschreiben, meine Kindheitsbegeisterung für Frösi-Hefte, Softeis und Broiler, mein Erstaunen über "Deutsche" im Ausland und dass meine Mutter an der deutsch-deutschen Grenze mit der MP im Rücken aufs Klo begleitet wurde, mein erstes Durchfallerlebnis durch DDR-Gastronomie, Familiennostalgie in Dresden-Niedersedlitz undsoweiter undsoweiter. Aber das gehört in erster Linie mir und bereitet außer mir auch niemandem größere Freude. Oder nur vielleicht.
Was aber heute klar scheint ist, dass DDR ein Thema ist wie Lothar Matthäus, katholische Kirche oder Schwaben in Berlin ist - es polarisiert. Entweder man ist dafür oder dagegen bzw. freut sich über die offenen Grenzen und die Wiedervereinigung oder aber wünscht sich die Mauer zurück. So richtig schnuppe ist das Thema niemandem. Schnuppe war die DDR den Punks, die in ihr lebten, so Anfang der 80er. Das fasziniert mich, dass man mit der Bewertung eines Landes, das es nicht mehr gibt, Leute aufs Blut reizen kann, teilweise auch Leute, die nie dort waren, und auch heute den Gang in den Osten der Republik vermeiden, sofern dies möglich ist.
Das sind in Mehrzahl sogenannte Besser-Wessis. Von denen existieren immer noch ein paar, manche sind ruhiger geworden, haben dafür Nachwuchs gezeugt, der jetzt saudumm daher schwätzt, immer aus der Weltperspektive heraus (Gütersloh, Braunschweig, Pforzheim, Verden, Itzehoe, Dingolfing, Fulda oder wo auch immer).
Und es gibt, und das muss es, wenn ich sage, dass das Thema polarisiert, die Ostalgiker. Mehrheitlich auch selten oder nie im anderen Teil der Republik gewesen, wohl aber informiert, dass dort nur Heuschrecken leben, Besser-Wessis, Finanzblutsauger, überhaupt Leute, die komisch riechen und den ganzen Tag nur lügen und betrügen.
Mit dieser Analyse stehe ich nicht alleine da, wohl aber habe ich als einziger Mensch eine Lösung parat: den Aufbau WOST!
Liebe Politiker,
bitte gebt den Menschen Reisegeld!
Unser Land kann nicht warten, bis alle Vorurteile an Altersschwäche sterben. Wenn die Leute nicht gerne in den Osten bzw. Westen reisen wollen, dann schenkt ihnen diese Reisen. Damit hat man den Deutschen in Ost wie West am Schlawittchen - wenn es nichts kostet, ist er dabei!
Und auch wenn dadurch manche "kalte" Konfrontation eskalieren mag, dürften dadurch auch Freundschaften und Verständnis reifen.
Vor allem freuen sich dann doch mehr Menschen als angenommen in Gütersloh oder Fulda über meine Geschichten aus Dresden-Niedersedlitz, in denen ich Softeis esse und an der Grenze um meine Mutter bange, während sie doch nur Pipi muss.
Was aber heute klar scheint ist, dass DDR ein Thema ist wie Lothar Matthäus, katholische Kirche oder Schwaben in Berlin ist - es polarisiert. Entweder man ist dafür oder dagegen bzw. freut sich über die offenen Grenzen und die Wiedervereinigung oder aber wünscht sich die Mauer zurück. So richtig schnuppe ist das Thema niemandem. Schnuppe war die DDR den Punks, die in ihr lebten, so Anfang der 80er. Das fasziniert mich, dass man mit der Bewertung eines Landes, das es nicht mehr gibt, Leute aufs Blut reizen kann, teilweise auch Leute, die nie dort waren, und auch heute den Gang in den Osten der Republik vermeiden, sofern dies möglich ist.
Das sind in Mehrzahl sogenannte Besser-Wessis. Von denen existieren immer noch ein paar, manche sind ruhiger geworden, haben dafür Nachwuchs gezeugt, der jetzt saudumm daher schwätzt, immer aus der Weltperspektive heraus (Gütersloh, Braunschweig, Pforzheim, Verden, Itzehoe, Dingolfing, Fulda oder wo auch immer).
Und es gibt, und das muss es, wenn ich sage, dass das Thema polarisiert, die Ostalgiker. Mehrheitlich auch selten oder nie im anderen Teil der Republik gewesen, wohl aber informiert, dass dort nur Heuschrecken leben, Besser-Wessis, Finanzblutsauger, überhaupt Leute, die komisch riechen und den ganzen Tag nur lügen und betrügen.
Mit dieser Analyse stehe ich nicht alleine da, wohl aber habe ich als einziger Mensch eine Lösung parat: den Aufbau WOST!
Liebe Politiker,
bitte gebt den Menschen Reisegeld!
Unser Land kann nicht warten, bis alle Vorurteile an Altersschwäche sterben. Wenn die Leute nicht gerne in den Osten bzw. Westen reisen wollen, dann schenkt ihnen diese Reisen. Damit hat man den Deutschen in Ost wie West am Schlawittchen - wenn es nichts kostet, ist er dabei!
Und auch wenn dadurch manche "kalte" Konfrontation eskalieren mag, dürften dadurch auch Freundschaften und Verständnis reifen.
Vor allem freuen sich dann doch mehr Menschen als angenommen in Gütersloh oder Fulda über meine Geschichten aus Dresden-Niedersedlitz, in denen ich Softeis esse und an der Grenze um meine Mutter bange, während sie doch nur Pipi muss.
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Freitag, 23. Oktober 2009
Ach hätte ich doch Jura studiert...
edelundsatt, 15:10h
Die Neubesetzung der Regierungsbank zeigt, dass man mit Jura überall hinkommt, außer vielleicht in den Himmel. Dr. Wolfgang Schäuble, bisheriger Bundesinnenminister, wird neuer Finanzminister der Schwarz-Gelben Koalition (Kollision?), Dr. Karl Theodor zu Guttenberg wird als neuer Bundesinnen- oder Verteidigungsminister gehandelt, war zuvor Bundeswirtschaftsminister. Beide sind Juristen. Man kann also mit Jura im Gepäck universell eingesetzt werden. Manchmal frage ich mich schon... wäre es nicht gut, einen Professor als Wissenschaftsminister-, einen Banker als Finanz- und einen Soldaten als Verteidigungsminister aufzustellen? Sollte man nicht erst großer Pipeline-Vermittler sein, bevor man das zweithöchste deutsche Staatsamt bekleidet? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Jura macht´s möglich – Gerhard Schröder ist..., na, was wohl? Jurist! Tür und Tor werden dadurch scheinbar geöffnet... ach hätte ich doch Jura studiert...
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Donnerstag, 8. Oktober 2009
Metamorphosiker
edelundsatt, 21:56h
Da saß er wieder einmal. Frank Plasberg hatte ihn zu „Hart aber fair“ eingeladen, um ihn in seiner Talkrunde zum Thema Integration sitzen zu haben. Und er hat die Fernsehmacher nicht enttäuscht. Oswald Metzger hat immer etwas zu sagen. So kennt man den engagierten Oberschwaben, der seine Herkunft vielleicht etwas zu oft in den Ring wirft. Bei vielen Wirtschaftsthemen wirken seine Vergleiche von weit entfernten Regionen der Republik mit den Erfahrungen aus seiner Heimat mitunter unmöglich und weltfremd. Aber er zieht diese Vergleiche meist entschieden und ohne BlaBla. Vielleicht unterscheidet ihn das von erfolgreicheren Personen des politischen Geschäfts.
Und so entschieden saß er bei Plasberg und betonte, dass er sich als Grüner mit seinen damaligen Parteikollegen für die Muslime in der Kopftuchfrage stark gemacht habe. Damals.
Heute ist Oswald Metzger CDU-Mitglied, in Integrationsfragen kann man ihm aber getrost weiterhin grünes Denken unterstellen sowie man ihn in Wirtschaftsfragen in die Nähe der FDP stellen kann. Sein politisches Leben begann 1974 aber in der SPD. Der einst „ordoliberale Grüne“ (Selbstbezeichnung) ist in der Schweiz zur Welt gekommen.
Derselbe Oswald Metzger, der bei Frank Plasberg seinen Eifer für Integration betonte, hatte dem Magazin „Stern“ einmal gesagt, dass viele Sozialhilfeempfänger ihren Lebenssinn darin sähen, „Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleichen den eigenen Kindern angedeihen zu lassen.“ Diese verschiedenen Entwicklungsstadien kann man wohl als Metamorphose bezeichnen. Oswald Metzger ist Metamorphosiker und kein Einzelfall, schon gar nicht in der Politik.
Ein weiterer Metamorphosiker war lange Parteikollege von Metzger: der ehemalige Steinewerfer, Taxifahrer, Bundestagsvizepräsidents-Beschimpfer, Bundesaußenminister a.D., Lobbyist und Jojo-Effektiker Joschka Fischer. Nach mehrfachem Wechsel seiner Ansichten hat dieser aber sein grünes Parteibuch behalten. Warum weiß außer ihm allerdings niemand so recht.
Die Liste grüner Wandlungen ist noch länger. Gunda Röstel, einst vielleicht so etwas wie eine Hoffnungsträgerin grüner Politik und Zeugnis vermeintlich guter Nachwuchsarbeit innerhalb ihrer Partei, wechselte nach ihrer politischen Tätigkeit vorübergehend als Managerin in den Energiekonzern E.ON. Vielleicht dachte sie, der Konzern sei so wandlungsfähig wie sie selbst.
Dagegen ist es keine Metamorphose, wenn Ex-Kanzler Gerhard Schröder für Gasprom tätig ist oder wenn Otto Wiesheu zur Deutschen Bahn wechselt. Das ist ungefähr so gut nachvollziehbar als wenn ein FDP-Politiker nach einer Legislaturperiode Steuerberater wird.
Natürlich kommt kein Mensch vorgefertigt zur Welt, geknebelt mit der Pflicht gefälligst so zu bleiben. Jeder Mensch darf und soll sich im Laufe seines Lebens wandeln. Die Wandlungen sind oft das Ergebnis von Lernprozessen. Schließlich meint Metamorphose so etwas wie das erwachsen werden. Alles kann man damit allerdings nicht belegen. Wie kommt etwa ein Aktenhengst wie Edmund Stoiber zum Bürokratieabbau nach Brüssel?
Eine Metamorphose ist dann abgeschlossen, wenn das Lebewesen sich vom Larven- ins Adultstadium gewandelt hat. Nicht auszudenken, was das im Fall von Oswald Metzger noch bedeuten könnte. Er könnte beispielsweise Schily (ebenfalls prominenter Metamorphosiker) werden. Das würde bedeuten, Metzger würde sein engagiertes Diskutieren in rigides Handeln kanalisieren, dabei steinalt und steinreich werden, dieses aber verschweigen. Dazu müsste Metzger allerdings auch wieder zurück in die SPD, dort wo Schily (noch) Mitglied ist, nachdem er sich nicht mehr grün fühlte. So eine Metamorphose kann natürlich dauern. Ob es die SPD dann noch gibt?
Aufatmen. Da es die Metamorphose beim Menschen nicht gibt, können wohl alle munter weiter die Gesinnungen wechseln. So lange Geld für Kohlenhydrate, Alkohol, Öl und ein bisschen Strom da ist. Mindestens so lange.
Und so entschieden saß er bei Plasberg und betonte, dass er sich als Grüner mit seinen damaligen Parteikollegen für die Muslime in der Kopftuchfrage stark gemacht habe. Damals.
Heute ist Oswald Metzger CDU-Mitglied, in Integrationsfragen kann man ihm aber getrost weiterhin grünes Denken unterstellen sowie man ihn in Wirtschaftsfragen in die Nähe der FDP stellen kann. Sein politisches Leben begann 1974 aber in der SPD. Der einst „ordoliberale Grüne“ (Selbstbezeichnung) ist in der Schweiz zur Welt gekommen.
Derselbe Oswald Metzger, der bei Frank Plasberg seinen Eifer für Integration betonte, hatte dem Magazin „Stern“ einmal gesagt, dass viele Sozialhilfeempfänger ihren Lebenssinn darin sähen, „Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleichen den eigenen Kindern angedeihen zu lassen.“ Diese verschiedenen Entwicklungsstadien kann man wohl als Metamorphose bezeichnen. Oswald Metzger ist Metamorphosiker und kein Einzelfall, schon gar nicht in der Politik.
Ein weiterer Metamorphosiker war lange Parteikollege von Metzger: der ehemalige Steinewerfer, Taxifahrer, Bundestagsvizepräsidents-Beschimpfer, Bundesaußenminister a.D., Lobbyist und Jojo-Effektiker Joschka Fischer. Nach mehrfachem Wechsel seiner Ansichten hat dieser aber sein grünes Parteibuch behalten. Warum weiß außer ihm allerdings niemand so recht.
Die Liste grüner Wandlungen ist noch länger. Gunda Röstel, einst vielleicht so etwas wie eine Hoffnungsträgerin grüner Politik und Zeugnis vermeintlich guter Nachwuchsarbeit innerhalb ihrer Partei, wechselte nach ihrer politischen Tätigkeit vorübergehend als Managerin in den Energiekonzern E.ON. Vielleicht dachte sie, der Konzern sei so wandlungsfähig wie sie selbst.
Dagegen ist es keine Metamorphose, wenn Ex-Kanzler Gerhard Schröder für Gasprom tätig ist oder wenn Otto Wiesheu zur Deutschen Bahn wechselt. Das ist ungefähr so gut nachvollziehbar als wenn ein FDP-Politiker nach einer Legislaturperiode Steuerberater wird.
Natürlich kommt kein Mensch vorgefertigt zur Welt, geknebelt mit der Pflicht gefälligst so zu bleiben. Jeder Mensch darf und soll sich im Laufe seines Lebens wandeln. Die Wandlungen sind oft das Ergebnis von Lernprozessen. Schließlich meint Metamorphose so etwas wie das erwachsen werden. Alles kann man damit allerdings nicht belegen. Wie kommt etwa ein Aktenhengst wie Edmund Stoiber zum Bürokratieabbau nach Brüssel?
Eine Metamorphose ist dann abgeschlossen, wenn das Lebewesen sich vom Larven- ins Adultstadium gewandelt hat. Nicht auszudenken, was das im Fall von Oswald Metzger noch bedeuten könnte. Er könnte beispielsweise Schily (ebenfalls prominenter Metamorphosiker) werden. Das würde bedeuten, Metzger würde sein engagiertes Diskutieren in rigides Handeln kanalisieren, dabei steinalt und steinreich werden, dieses aber verschweigen. Dazu müsste Metzger allerdings auch wieder zurück in die SPD, dort wo Schily (noch) Mitglied ist, nachdem er sich nicht mehr grün fühlte. So eine Metamorphose kann natürlich dauern. Ob es die SPD dann noch gibt?
Aufatmen. Da es die Metamorphose beim Menschen nicht gibt, können wohl alle munter weiter die Gesinnungen wechseln. So lange Geld für Kohlenhydrate, Alkohol, Öl und ein bisschen Strom da ist. Mindestens so lange.
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Mittwoch, 16. September 2009
Ziviler Ärger
edelundsatt, 14:09h
Weil in diesen Tagen im Zusammenhang mit den S-Bahnschlägern von München das Wort „Zivilcourage“ so gerne und so oft benutzt wird, will ich in diesem Zusammenhang eine persönliche Geschichte in Analogie zum Zustand unserer Gesellschaft bringen. Vor vier Wochen hat mir jemand den linken vorderen Blinker und das Licht an meinem Auto kaputt gefahren plus Kratzer an der Stoßstange verursacht. Abgesehen davon, dass mich dieser Ärger knapp 50 Euro gekostet hat, hat sich der Verursacher (oder die Verursacherin) nicht gemeldet, sondern Fahrerflucht begangen (es sah eindeutig nach einem kleinen Crash durch ein anderes Fahrzeug aus). Keine Nachricht am Scheibenwischer, kein Hinterlassen einer Nummer – und keine Zeugen! Tatort: Parkplatz vor einem Supermarkt in der Leipziger Südvorstadt. Tatzeit: gegen 19 Uhr an einem Dienstag. Ich habe mich umgehört: niemand wollte etwas gesehen haben.
Nun kann das vielleicht daran liegen, dass mein KFZ ein älteres Mercedes-Fabrikat ist und diese Marke im Globalisierungszusammenhang womöglich als Heuschrecke wahrgenommen wird und sich deshalb politisch motivierter Hass auch an solchen Fahrzeugen entlädt wie Brandstiftungen in Berlin zeigen (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/312/487715/text/). Fakt ist: Ich habe mich natürlich maßlos geärgert, weil mein Schaden zeigt, was heutzutage öfter vorzukommen scheint. Es kommt vor, dass solches Verhalten mit der sozialen Schieflage in Deutschland begründet wird, dass also jemand einen Unfall verursacht ohne dies zu- oder anzugeben, weil er befürchtet, den Schaden nicht bezahlen zu können. Aber dieses Argument, das mir schon etliche Male in Diskussionen entgegengebracht wurde, ist Unsinn – man hat nicht umsonst eine Haftpflichtversicherung fürs Auto. Ich unterstelle eher, dass es mit Anstand und Empathie in dieser Gesellschaft nicht weit her ist, dass sich jeder der Nächste ist, keine Verantwortung für mehr als sich selbst übernehmen will (was in diesem Fall ja schon nicht mal funktioniert hat). Klingt wie ein Rundumschlag, soll zumindest zum Nachdenken anregen und ist natürlich persönlich motiviert. Der Bogen zur Zivilcourage... nun, ich wünschte mir, dass Zivilcourage absolut ist, dass man nicht unterscheidet, ob es Jugendliche sind oder ein Dutzend schwer bewaffnete Nazis sind, und dass es egal ist, ob man einen Fiat Uno andellt oder einen Mercedes. Ich kenne Leute, die sagen: „Diebstahl ist scheiße, aber klauen bei H&M ist ok, die haben genug Geld.“ Und so ähnlich argumentieren diese Leute in meinem Schadensfall. „Wahrscheinlich hat der Unfallverursacher gedacht, wer einen Mercedes fährt, kann sich so einen kleinen Schaden leisten.“ Ein Irrtum der ganz perversen Art. Mit etwas mehr Empathie und etwas weniger Ignoranz weiß man zu unterscheiden, zumal mein Auto sehr alt ist und mit Luxus oder Statussymbol nicht wirklich etwas zu tun hat. Egoismus und Ignoranz sind übrigens Statussymbole im Geiste – wer darauf nicht verzichten kann, trägt zur Demoralisierung einer Gesellschaft bei, in der Geld immer eine geduldete Rolle spielt und spielen wird – solange es nicht um das eigene geht!
Nun kann das vielleicht daran liegen, dass mein KFZ ein älteres Mercedes-Fabrikat ist und diese Marke im Globalisierungszusammenhang womöglich als Heuschrecke wahrgenommen wird und sich deshalb politisch motivierter Hass auch an solchen Fahrzeugen entlädt wie Brandstiftungen in Berlin zeigen (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/312/487715/text/). Fakt ist: Ich habe mich natürlich maßlos geärgert, weil mein Schaden zeigt, was heutzutage öfter vorzukommen scheint. Es kommt vor, dass solches Verhalten mit der sozialen Schieflage in Deutschland begründet wird, dass also jemand einen Unfall verursacht ohne dies zu- oder anzugeben, weil er befürchtet, den Schaden nicht bezahlen zu können. Aber dieses Argument, das mir schon etliche Male in Diskussionen entgegengebracht wurde, ist Unsinn – man hat nicht umsonst eine Haftpflichtversicherung fürs Auto. Ich unterstelle eher, dass es mit Anstand und Empathie in dieser Gesellschaft nicht weit her ist, dass sich jeder der Nächste ist, keine Verantwortung für mehr als sich selbst übernehmen will (was in diesem Fall ja schon nicht mal funktioniert hat). Klingt wie ein Rundumschlag, soll zumindest zum Nachdenken anregen und ist natürlich persönlich motiviert. Der Bogen zur Zivilcourage... nun, ich wünschte mir, dass Zivilcourage absolut ist, dass man nicht unterscheidet, ob es Jugendliche sind oder ein Dutzend schwer bewaffnete Nazis sind, und dass es egal ist, ob man einen Fiat Uno andellt oder einen Mercedes. Ich kenne Leute, die sagen: „Diebstahl ist scheiße, aber klauen bei H&M ist ok, die haben genug Geld.“ Und so ähnlich argumentieren diese Leute in meinem Schadensfall. „Wahrscheinlich hat der Unfallverursacher gedacht, wer einen Mercedes fährt, kann sich so einen kleinen Schaden leisten.“ Ein Irrtum der ganz perversen Art. Mit etwas mehr Empathie und etwas weniger Ignoranz weiß man zu unterscheiden, zumal mein Auto sehr alt ist und mit Luxus oder Statussymbol nicht wirklich etwas zu tun hat. Egoismus und Ignoranz sind übrigens Statussymbole im Geiste – wer darauf nicht verzichten kann, trägt zur Demoralisierung einer Gesellschaft bei, in der Geld immer eine geduldete Rolle spielt und spielen wird – solange es nicht um das eigene geht!
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Freitag, 7. August 2009
Was erlauben Frings?
edelundsatt, 10:42h

Bundes-Jogi Löw hat seinen Kader für das Länderspiel gegen Aserbaidschan bekannt gegeben und, ach wie überraschend, Torsten Frings ist nicht dabei. Der Bremer hält davon überhaupt nichts und verkündet via BILD: "Ich bin sehr enttäuscht. Die Gründe sind nicht nachvollziehbar. Es ist für mich nicht verständlich." Warum Frings das nicht verstehen kann, soll an dieser Stelle nicht beleuchtet werden. Vielmehr gibt es eine einfache Erklärung, warum der Bundes-Jogi hier richtig handelt: Frings spielt seit zwei Jahren nicht konstant gut und war in dieser Zeit häufig verletzt. Der Mittelfeldspieler müsste erst wieder bombig in Form kommen, bevor irgendein seriös denkender Fußballfachmann ihn mit dem Adler auf der Brust sehen will. Frings kann in der neuen Bundesligaspielzeit allen zeigen, warum er auf der "6" der richtige Mann für Bundes-Jogi ist. Wenn er sich mit Leistung aufdrängt, kann man ihm eine Chance geben. Solange er sich aber nur über Boulevardmedien aufdrängt eher nicht.
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Dienstag, 4. August 2009
Sommerpause
edelundsatt, 23:47h
Dieser Blog macht Urlaub!
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Dienstag, 7. Juli 2009
Frische Solidarität
edelundsatt, 14:17h
„Frische vereint mit nachhaltiger Frucht, begleitet von cremigem Schmelz“ - das ist das Versprechen des 2008er Müller-Thurgaus vom Weingut Kress in Hagnau am Bodensee. Und das hält dieser Tropfen, der zu trauriger Berühmtheit kommen könnte, denn der Folge-Jahrgang 2009 kämpft aktuell ums Überleben. Somit könnte der 2008er länger das Aushängeschild der Bodenseewinzer sein, als ihnen lieb wäre. Ein großes Unwetter suchte Ende Mai weite Teile Oberschwabens und des Bodensees heim und zerstörte große Teile der Obst- und Weinernte. Nicht nur, aber auch wegen dieses Umstandes lohnt ein solidarischer Gedanke mit den Winzern vom Bodensee. Da die guten Weinmacher am „Schwäbischen Meer“ alles aber bestimmt kein Mitleid wollen, bleiben wir bei den harten Fakten dieses Müller-Thurgaus. Raffiniertes Zungenspiel aus Frucht und Säure macht den oft so blumig-heuigen Müller-Thurgau aus dem Hause Kress dynamischer und spritziger als manchen Vertreter dieser Rebsorte. Die „klebrigen“ Schlieren lassen ihn gemütlich im Glas schaukeln, das würzige Muskataroma steigt in die sinnlicheren Regionen des Geschmacks auf und hinterlässt ein wohliges Prickeln. Aufgrund der feinen Säure und dem eher würzigen Bukett eignet er sich als jugendlicher Begleiter kreativer Sommersalate sowie zu Putensteaks oder milden Fischgerichten. Oder einfach nur so!
Wein: Müller Thurgau 2008
Weingut: Seegut Kress
Typ: Weißwein
Rebsorte: Müller-Thurgau
Region: Deutschland/Baden
Trinktemperatur: 9 Grad
Trinkreife: bis 2011
Preis: ca. 7 Euro
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Sonntag, 28. Juni 2009
Der Vegetarier
edelundsatt, 13:42h
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Montag, 22. Juni 2009
Der Führer im Radio
edelundsatt, 15:27h
Seit ich beim Chips essen im Bett einmal aus Versehen meinen Radiowecker vollgekrümelt habe, gibt dieser, vermutlich wegen einer Störung der Lautsprechermembran, nur noch sehr gequälte Laute von sich. Sobald er in Betrieb ist, knackt es so eigentümlich, wie sonst nur noch Grammophone von Ur-Großeltern knacken. Und Stimmen werden wiedergegeben, als sänge der Führer persönlich die Charts rauf und runter. Das stört mich weiter nicht, sofern das im Radio gesendete nichts Imperatives an sich hat. Doch dies ist nun mal nicht immer der Fall. Neulich weckte mich mein Radiowecker mit der dem Führer ähnelnden Stimme und sagte mir in scharfem Kasernenhofton, dass wir in Deutschland unbedingt Elite-Universitäten bräuchten.
Ich, kaum wach, schlummerte mir Orte wie „Harvard Hamburg“ und „Oxford Osnabrück“ durch meinen müden Schädel. Nur durch den Tonfall war ich den ganzen verbleibenden Tag bemüht, meinen Beitrag zu den Elite-Universitäten zu leisten. Ich dachte mit Grausen an einen möglichen Studienraum Ost und Prüfungen auf studentische Abstammung. Erschöpft fiel ich abends wieder ins Bett, ich wusste nicht, was ich der Stimme des Führers hätte antworten können. Am nächsten Morgen weckte mich der Führer wieder recht unsanft, und wieder gab er Befehle: „Hey“, brüllte er mich an, „ab in den Süden“! Erleichtert schlief ich wieder ein.
Ich, kaum wach, schlummerte mir Orte wie „Harvard Hamburg“ und „Oxford Osnabrück“ durch meinen müden Schädel. Nur durch den Tonfall war ich den ganzen verbleibenden Tag bemüht, meinen Beitrag zu den Elite-Universitäten zu leisten. Ich dachte mit Grausen an einen möglichen Studienraum Ost und Prüfungen auf studentische Abstammung. Erschöpft fiel ich abends wieder ins Bett, ich wusste nicht, was ich der Stimme des Führers hätte antworten können. Am nächsten Morgen weckte mich der Führer wieder recht unsanft, und wieder gab er Befehle: „Hey“, brüllte er mich an, „ab in den Süden“! Erleichtert schlief ich wieder ein.
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Leberkas Caprese
edelundsatt, 02:41h

Das Sonntagsmahl wurde mangels Zutaten zu einer kargen Veranstaltung. Herausgekommen ist ein Leberkas Caprese.
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Wenn Freunde zusammen wohnen
edelundsatt, 02:35h
Ich finde in meinem Telefon einen Eintrag "Schotlas". Daraufhin schaue ich bei Wikigrehlia nach und finde folgende Erläuterung: "Ein Schotlas ist ein irgendwie gearteter Raum, der - im Gegensatz zum sprachverwandten Atlas - keine Informationen über die Welt allgemein, sondern solche über Oberbayern und das Rheinland spezifisch beinhaltet. In ihm leben Menschen, die sich auf das Thema San Francisco spezialisiert haben."
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Mittwoch, 17. Juni 2009
Neulich...
edelundsatt, 02:46h
...als Luca Toni Philipp Dudek zum Geburtstag anrief:
als luca toni philipp dudek zum geburtstag anrief (MOV, 2,670 KB)
als luca toni philipp dudek zum geburtstag anrief (MOV, 2,670 KB)
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Dienstag, 9. Juni 2009
Mal so als Bürger...
edelundsatt, 22:09h
Heute will ich mal so als Bürger was sagen. Karstadt-Mitarbeiter behaupten auf Schildern: "Ohne Karstadt stirbt die Innenstadt" - und das ist falsch. Mit (und wegen) Karstadt ist die Innenstadt gestorben!
Ich habe natürlich Mitleid für die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter übrig. Aber wenn Karstadt von der Bildfläche verschwindet, habe ich kein Problem damit. Ich hatte eines, als durch Preiskampf und Universal-Angebot ein Einzelhändler nach dem anderen die Segel streichen musste, weil Ketten wie Kaufhof und Karstadt die Innenstädte uniformiert haben (man müsste eigentlich alle aufzählen... habe ich aber keine Lust, das Prinzip ist ja klar). Diese Menschen haben nämlich auch ihre Existenz verloren, und zwar ohne Sozialplan.
Und ich hasse es, dass Firmen sich beim Staat anbiedern, weil sie nicht ordentlich gewirtschaftet haben. In Zeiten von Konjunktur und Gewinnen waren sie ja auch überzeugt vom System. Und das heißt nach wie vor Marktwirtschaft - und darin hat der Staat eigentlich nichts verloren.
Ich habe natürlich Mitleid für die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter übrig. Aber wenn Karstadt von der Bildfläche verschwindet, habe ich kein Problem damit. Ich hatte eines, als durch Preiskampf und Universal-Angebot ein Einzelhändler nach dem anderen die Segel streichen musste, weil Ketten wie Kaufhof und Karstadt die Innenstädte uniformiert haben (man müsste eigentlich alle aufzählen... habe ich aber keine Lust, das Prinzip ist ja klar). Diese Menschen haben nämlich auch ihre Existenz verloren, und zwar ohne Sozialplan.
Und ich hasse es, dass Firmen sich beim Staat anbiedern, weil sie nicht ordentlich gewirtschaftet haben. In Zeiten von Konjunktur und Gewinnen waren sie ja auch überzeugt vom System. Und das heißt nach wie vor Marktwirtschaft - und darin hat der Staat eigentlich nichts verloren.
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Mittwoch, 27. Mai 2009
AC/DC (2)
edelundsatt, 19:18h

Foto: Albrecht Kretschmann
So haben wir und rund 90 000 andere Fans das Konzert gesehen. Großartig!
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Freitag, 22. Mai 2009
AC/DC
edelundsatt, 14:20h

Noch im Karlsruher ZKM sitzend, brummen die sprichwörtlichen Hummeln in meinem Hintern - ich besuche heute das dritte (und wahrscheinlich letzte) AC/DC-Konzert meines Lebens.
90 000 Zuschauer werden open air in Hockenheim mit mir sein, um den Altrecken des Starkstrom-Rocks zu huldigen, mit den Köpfen zu wippen (für exzessives Headbangen wird wohl kein Platz sein...) und das Rock-Party-Motto "Get Drunk in den Mai" gegen Ende des Monats nochmal aufleben zu lassen.
Mit mir werden meine Kindskollegen und Freunde Al, Torte und Ege die Feierlichkeit begehen. Ich bin schon so aufgeregt, dass ich die Nervosität bereits mit Kaffee bekämpfe. For those about to rock...
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